Die Quittung aus einem Café, das sonntags geschlossen ist
A2 · Mystery
Am Montag findet Nora in der Jacke ihres Vaters eine Quittung.
Darauf steht: „Sonntag, 16:32 Uhr. Zwei Kaffee, ein Stück Apfelkuchen. 12,80 Euro.“
Die Quittung ist vom Café Morgenrot. Doch das Café ist sonntags immer geschlossen.
Am Tag zuvor hatte Paul, Noras Vater, gesagt: „Ich bin den ganzen Nachmittag auf dem Friedhof. Ich besuche das Grab deiner Mutter.“
Beim Frühstück fragt Nora: „Was ist das? Hast du mich angelogen?“ Paul wird blass. „Das ist eine alte Quittung.“ „Nein, sie ist von gestern. Und warum stehen dort zwei Kaffee?“ Paul antwortet nicht. Er steckt die Quittung ein und geht zur Arbeit.
Nach der Schule geht Nora zum Café. An der Tür hängt ein Schild: Sonntag geschlossen. Eine ältere Frau öffnet das Fenster. „War mein Vater gestern hier? Paul Berger?“ Die Frau sieht Nora ernst an. „Komm nächsten Sonntag um vier Uhr. Dann bekommst du eine Antwort.“
Am nächsten Sonntag wartet Nora vor dem Café. Die Tür ist geschlossen, aber drinnen brennt Licht. Frau Klein öffnet. Paul sitzt an einem Tisch. Neben ihm sitzt ein junger Mann. Auf dem Tisch stehen zwei Tassen und ein Stück Apfelkuchen. „Nora“, sagt Paul, „das ist Emil. Dein Bruder.“
Nora ist überrascht. Paul erklärt: „Vor vielen Jahren war ich mit Emils Mutter zusammen. Dann zog sie mit Emil in eine andere Stadt. Vor einem Monat schrieb Emil mir.“ „Warum hast du mir nichts gesagt?“ „Ich hatte Angst. Letzten Sonntag haben wir uns hier zum ersten Mal getroffen. Vor dem Café war ich auf dem Friedhof. Ich wollte deiner Mutter von Emil erzählen.“
Nora fühlt sich verletzt, aber sie freut sich auch. Frau Klein stellt eine dritte Tasse auf den Tisch. „Heute gibt es drei Kaffee.“ „Ich trinke keinen Kaffee“, sagt Nora. „Aber ich nehme ein Stück Apfelkuchen.“
Drinnen beginnt etwas Neues.