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Skogvaktaren som lät Bayerska skogen vara vild

Nach einem starken Sturm lagen viele Bäume im Bayerischen Wald auf dem Boden. Für viele Menschen war klar: Die toten Bäume mussten schnell weg.

Doch Hans Bibelriether sah den Wald anders. Er war Förster und wurde 1970 der erste Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Park lag an der Grenze zur damaligen Tschechoslowakei.

Hans hatte eine einfache Idee: „Natur Natur sein lassen.“ Im Park sollten tote Bäume liegen bleiben. Alte Bäume durften sterben, und neue Bäume sollten ohne Hilfe wachsen.

Viele Menschen in der Region waren dagegen. Sie hatten Angst vor dem Borkenkäfer. Dieser kleine Käfer lebt unter der Rinde und kann viele Fichten töten. Wenn er in andere Wälder kam, konnten die Waldbesitzer viel Geld verlieren.

Hans kannte diese Gefahr. Am Rand des Parks entfernten Mitarbeiter deshalb manche kranke Bäume. Im Inneren wollte er die Natur aber selbst arbeiten lassen. „Ein Nationalpark ist kein Garten“, sagte er. „Wir müssen nicht jeden Baum retten.“

Zeitungen kritisierten ihn, und er bekam böse Briefe. Trotzdem blieb er ruhig. Er ging oft in den Wald und sah zwischen den toten Stämmen Pilze, Käfer und Vögel. Auch kleine Bäume wuchsen dort.

Eines Tages führte Hans eine Gruppe durch den Park. Ein älterer Besucher zeigte auf eine große Fläche mit kahlen, braunen Bäumen. „Das soll ein gesunder Wald sein?“, fragte er.

Hans zeigte auf den Boden. Zwischen Moos und altem Holz standen viele junge Bäume.

„Die kommen von allein?“

„Ja“, sagte Hans. „Der alte Wald macht Platz für einen neuen.“

Nach einigen Jahren wurde der Wald wilder und vielfältiger. Viele Tiere fanden dort wieder einen Lebensraum. Auch der Luchs kam zurück. Hans’ Idee wurde in Deutschland bekannt. Er zeigte: Schutz bedeutet manchmal auch, nichts zu tun. Natur braucht Raum und Zeit.