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슈프레발트에서 온 우표 없는 엽서

Am Morgen lag eine Postkarte vor Leas Haustür. In der Nacht hatte es stark geregnet. Trotzdem war die Karte ganz trocken.

Vorne sah Lea ein Bild vom Spreewald: Ein grüner Kahn fuhr auf einem stillen Kanal. Hinten stand: „Verkauf das Boot nicht. Sieh unter Sitz drei nach. Um zehn Uhr ist es zu spät.“

Es gab keinen Namen und keine Briefmarke.

Um zehn Uhr wollte Herr Berger Leas altes Familienboot kaufen. Das Boot hatte früher ihrer Großmutter Marta gehört. Jetzt gehörte es Lea und ihrem Bruder Niko. Es war alt und brauchte viel Geld für Reparaturen. Deshalb wollte Lea es verkaufen. Niko lebte in Berlin und kam selten nach Hause.

Lea ging zum Steg. Dort lag das grüne Boot. Sie sah unter Sitz drei nach und fand eine kleine rote Dose. Darin lagen ein Schlüssel und ein Zettel: „Für schlechte Tage und gute Ideen.“ Das war ein Satz ihrer Großmutter.

Der Schlüssel passte zu einem kleinen Schrank im Bootshaus. Dort fand Lea einen Brief von Marta: „Liebe Lea, lieber Niko, dieses Boot ist mehr als Holz. Hier habt ihr schwimmen gelernt und zusammen gelacht. Wenn einer das Boot behalten will, dann redet miteinander. Geld ist wichtig, aber nicht alles.“

Plötzlich kam Niko über den Hof. Seine Jacke war nass.

„Warst du das mit der Postkarte?“, fragte Lea.

Niko nickte. „Ja. Ich bin gestern Abend aus Berlin gekommen. Ich wollte, dass du den Brief findest.“

„Warum hast du nicht mit mir gesprochen?“

„Ich hatte Angst, dass du sofort Nein sagst.“

Auf der Karte stand in grüner Schrift ein altes Kinderwort: „Gurkenbank“. So nannten Lea und Niko den dritten Sitz. Jetzt wusste Lea, dass Niko die Karte geschrieben hatte.

Kurz vor zehn rief sie Herrn Berger an. „Der Verkauf findet heute nicht statt.“

Lea und Niko wollten das Boot gemeinsam reparieren. Als Lea die Karte einsteckte, sah sie eine kleine Zeile in blauer Tinte:

„Manchmal braucht eine Familie einen kleinen Umweg.“

Niko wurde blass. „Die Zeile habe ich nicht geschrieben.“