낡은 종이 위의 글씨
A2 · Food & Cuisine
Es ist zwei Uhr nachts. Die Bäckerei „Zum goldenen Laib“ ist still. Mira putzt das Lager und hört nur das leise Summen des Ofens. Dann sieht sie es: eine alte Brotdose oben im Regal. Sie ist schwer und verbeult. Mira öffnet sie langsam. Darin liegt ein Blatt Papier, eng gefaltet. Die Schrift ist alt und sehr ordentlich. Es ist ein Rezept für ein dunkles Roggenbrot mit Kümmel und einem Löffel Melasse. Mira liest es zweimal. Am Ende des Blattes steht ein Name: Familie Brenner, Köln-Ehrenfeld, 1951.
Mira schaut auf die Zutaten im Regal. Sie hat alles da. „Ich backe es“, denkt sie. „Jetzt, heute Nacht.“ Um vier Uhr kommt das Brot aus dem Ofen. Es ist dunkel und fest. Es riecht nach etwas Warmem und Altem. Mira isst ein Stück. Es ist anders als alles in der Bäckerei — dichter und irgendwie vertraut. Sie will mehr wissen. Wer war die Familie Brenner? Warum lag das Rezept hier, vergessen auf dem Regal?
Am Morgen fragt sie ihren Chef, Herrn Vogel. Sie zeigt ihm die Brotdose. Sein Gesicht verändert sich sofort. Er nimmt die Dose und sagt: „Das ist nichts. Nur alte Sachen.“ Dann geht er in sein Büro und macht die Tür zu. Mira steht allein in der Küche. Das Brot liegt noch auf dem Tisch. Warum will er nicht reden?