Drei Tage vergehen. Clara denkt jeden Tag an ihre Mutter. An Luz. An Roberto und Ana. An all die Menschen, denen ihre Mutter geholfen hat. Dann, in der Nacht, klingelt ihr Telefon mit neuen Nachrichten.
Part 3: Por favor, ayúdame
Luz writes desperately about a serious problem at work and begs for urgent advice from 'her mentor.' Clara realizes the situation is too serious — she can't pretend anymore.
Drei Tage vergehen. Clara denkt jeden Tag an ihre Mutter. An Luz. An Roberto und Ana. An all die Menschen, denen ihre Mutter geholfen hat. Dann, in der Nacht, klingelt ihr Telefon mit neuen Nachrichten.
Hallo
Bist du da?
Bitte
Ich muss mit dir sprechen
Hallo
Was ist los?
Ich habe ein Problem
Ein sehr großes Problem
Es geht um die Arbeit
Aber du hast doch gar keine Arbeit...
Nein nein
Meine Schwester hat mir geholfen!
Jetzt habe ich einen neuen Job
Aber es gibt ein Problem
Claras Hände werden kalt. Das ist ernst. Sehr ernst. Ihre Mutter wüsste, was zu sagen ist. Aber Clara weiß es nicht. Sie weiß es ganz und gar nicht.
Mein Chef ist sehr wütend
Er sagt, er ruft die Polizei
😭
Ich weiß nicht, was ich tun soll 😭
Hilf mir bitte
...
Du weißt immer, was zu tun ist
Du bist meine Mentorin
Bitte sag mir, was ich machen soll
Ich habe große Angst
Clara starrt auf das Telefon. Ihr Herz schlägt schnell. Diese Frau braucht echte Hilfe. Professionelle Hilfe. Juristische Hilfe. Kein einfacher Rat über das Reden mit ihrer Schwester. Clara ist keine Mentorin. Sie ist nicht Luz' Freundin. Sie ist nicht... ihre Mutter.
Ich...
Ja?
Sag mir
Was soll ich tun?
Ich weiß es nicht
Was?
Luz, ich weiß es nicht
Es tut mir leid
Aber...
Aber du hast doch immer Ratschläge
Du hilfst mir immer
Es ist nur...
Diese Situation ist sehr schwierig
Deshalb brauche ich deine Hilfe!
Claras Augen füllen sich mit Tränen. Sie kann das nicht. Sie kann sich nicht länger verstellen. Aber wie kann sie jetzt die Wahrheit sagen? Wo Luz die Hilfe doch so dringend braucht? Wo morgen vielleicht die Polizei kommt?
Ja
Sprich mit einem Anwalt
Bist du sicher?
Geht es dir gut?
Du sprichst anders
Mir geht es gut
Nein
Es geht dir nicht gut
Was ist los?
Clara legt ihr Telefon auf den Tisch. Ihre Hände zittern. Sie muss die Wahrheit sagen. Aber sie kann es nicht. Nicht jetzt. Nicht, wenn Luz Hilfe braucht. Nicht, wenn morgen die Polizei kommt. Clara nimmt das Telefon wieder in die Hand. Das Telefon ihrer Mutter. Das Telefon einer Frau, die jedem half. Eine Frau, die Clara nie wirklich kannte.
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