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Stokken, der gled for langt under bayersk Eisstockschießen

Es war ein kalter Samstag im Februar. Auf dem Kirchsee in Bayern lag dickes Eis. Anna nahm zum ersten Mal an einem Eisstockturnier ihres Dorfes teil. Ihr Großvater Josef war in ihrer Mannschaft. Er hatte ihr den Sport gezeigt.

Beim Eisstockschießen schiebt man einen schweren Stock über das Eis. In der Mitte liegt eine kleine Scheibe. Sie heißt Daube. Der eigene Stock soll möglichst nah an der Daube liegen.

Vor Annas letztem Versuch stand es unentschieden. Ihr Stock musste näher an die Daube kommen als der Stock der anderen Mannschaft.

„Ganz ruhig und nicht zu stark“, sagte Josef.

Doch Anna war nervös. Viele Menschen sahen zu. Ihre Hand war kalt. Sie schob den Stock, aber viel zu stark. Der Stock glitt über das Eis, verfehlte die Daube und rutschte durch die offene Tür einer kleinen Hütte.

Alle waren still. Dann lachten einige Zuschauer. Anna wurde rot. „Ich habe das Spiel verloren“, sagte sie.

Die Wirtin kam mit dem Eisstock zurück. „Er ist gegen eine Kiste gestoßen“, sagte sie. „Dahinter lag dieser alte Brief.“

Josef las das Datum: 1963. Der Brief lud die beiden Dörfer zum ersten gemeinsamen Eisstockturnier ein. Damals hatten sie oft gestritten. Das Turnier sollte Frieden bringen. Am Ende stand: „Auf dem Eis sind wir Gegner. Nach dem Spiel sitzen wir an einem Tisch.“

Der Kapitän sagte: „Dein Versuch war nicht gut. Aber er hat unsere Geschichte gefunden.“

Am Abend saßen alle zusammen bei Tee und Suppe. Der Kapitän hob den alten Pokal. „Heute ist er für beide Mannschaften“, sagte er. Anna hatte das Spiel verloren, aber sie verstand: Beim Eisstockschießen geht es nicht nur um den Sieg. Es geht auch darum, zusammen zu sein.