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Paket yang Terlupakan di Stasiun Zoo

Der Bahnhof Zoo war laut und voll, wie immer am Freitagabend. Die Züge kamen und gingen, die Menschen liefen schnell und niemand schaute wirklich hin. Lena stand an Gleis 3 und wartete auf ihren Zug nach Potsdam. Er fuhr in zwölf Minuten ab. Sie hatte einen langen Tag gehabt und war müde. Alles, was sie wollte, war ihr Sofa und eine Tasse Tee.

Dann sah sie es. Auf der Bank neben ihr lag ein kleines, braunes Paket. Es war mit einer roten Schnur gebunden. Kein Mensch saß daneben. Lena schaute nach links und nach rechts. Nichts. Das Paket war einfach da. Sie wartete zwei Minuten. Dann noch zwei. Das Paket blieb allein. 'Soll ich einfach gehen?', dachte sie. 'Mein Zug fährt bald.' Aber sie konnte nicht weggehen. Etwas an dem Paket störte sie. Es war nicht gefährlich – das wusste sie. Es war zu klein und zu ordentlich. Jemand hatte es sorgfältig eingepackt.

Lena nahm das Paket vorsichtig in die Hand. Unten war eine kleine Karte. Sie las: 'Für Oma Hilde. Alles Gute zum 80. Geburtstag. Ich liebe dich. – Jonas'. Lena hielt inne. Sie sah auf die Uhr. Neun Minuten bis zu ihrem Zug. Sie ging schnell zum Informationsschalter. 'Entschuldigung', sagte sie zu dem Mann hinter dem Glas. 'Ich habe dieses Paket an Gleis 3 gefunden. Es gehört jemandem. Können Sie eine Durchsage machen?' Der Mann sah das Paket an, dann Lena. 'Ja, natürlich. Einen Moment.'

Eine Minute später kam die Durchsage durch den ganzen Bahnhof: 'Achtung, eine Durchsage für den Reisenden Jonas: Ihr Paket wartet am Informationsschalter auf Sie.' Lena blieb stehen. Fünf Minuten. Vier. Drei. Dann – Schritte. Schnelle Schritte. Ein junger Mann lief auf den Schalter zu. Er hatte rote Wangen und war außer Atem. 'Das Paket! Ich habe es vergessen – ich war schon am Ausgang!'

Er sah Lena an. 'Sie haben es abgegeben?' 'Ja', sagte Lena einfach. Der junge Mann drückte das Paket fest an sich. Seine Augen wurden ein bisschen feucht. 'Es ist für meine Oma', sagte er leise. 'Heute ist ihr Geburtstag. Ich fahre jetzt zu ihr nach Hannover.' 'Dann fahren Sie', sagte Lena und lächelte. 'Viel Spaß bei der Feier.' Der junge Mann nickte, sagte 'Danke, wirklich danke', und rannte zurück zu den Gleisen.

Lena schaute auf die Uhr. Ihr Zug war weg. Der nächste fuhr in dreißig Minuten. Sie seufzte – aber nur kurz. Dann setzte sie sich auf die Bank an Gleis 3 und schloss für einen Moment die Augen. Irgendwo in diesem lauten Bahnhof fuhr ein junger Mann jetzt zu seiner Oma. Mit dem Paket. Mit der roten Schnur. Das Sofa konnte warten.