ขนมปังที่ไม่เคยหมด
A2 · Food & Cuisine
Der Mann am Telefon heißt Lukas. Er ist Hildes Enkel. „Das Rezept war sehr wichtig für meine Großmutter“, sagt er. Seine Stimme ist kühl. „Die Familie hat im Krieg alles verloren. Auch das Rezept. Woher haben Sie es?“ Mira erklärt alles ruhig: die Brotdose, das Regal, die alte Schrift. Lukas hört zu. „Kommen Sie heute Nacht in die Bäckerei“, sagt Mira. „Ich zeige Ihnen alles.“
Um zehn Uhr abends steht Lukas an der Tür. Er sieht das Rezept lange an. Dann sagt er leise: „Das ist die Handschrift von meinem Urgroßvater Otto.“ Mira fragt: „Möchten Sie es backen? Heute Nacht? Für Hilde?“ Lukas schaut sie an. „Sie lebt in einem Pflegeheim, ganz in der Nähe.“
Sie backen das Brot zusammen — das dunkle Roggenbrot mit Kümmel und Melasse. Die Bäckerei riecht gut. Am nächsten Morgen bringen sie das Brot zu Hilde. Sie ist einundneunzig Jahre alt. Lukas legt ihr ein Stück Brot in die Hand. Hilde nimmt einen Bissen. Sie schließt die Augen. Es gibt eine lange Pause. Dann lächelt sie. „Es schmeckt genau richtig“, sagt sie leise.
Mira macht eine Kopie des Rezepts für Lukas. Das Original bleibt in der Bäckerei. Die alte Brotdose steht wieder im Regal. Aber jetzt hat sie ein kleines Etikett. Darauf steht: Familie Brenner.