वो रसीद जिसे कोई भी रूममेट नहीं चुकाना चाहता था
B1 · Daily Life
Seit dem 4. März klebte er am Kühlschrank. Ein langer, zerknitterter Kassenzettel vom Supermarkt, befestigt mit einem Magneten, den niemand mochte — dem mit dem lächelnden Zahn vom Zahnarzt. Oben hatte Mia mit rotem Stift geschrieben: „Wer zahlt mir das zurück?“
Niemand hatte geantwortet. Nicht mit Worten, nicht mit Geld.
In ihrer WG in der Schillerstraße lebten vier Menschen: Mia, Jonas, Priya und Felix. Mia war ordentlich und führte eine Tabelle auf ihrem Handy. Dort schrieb sie alles auf — wer was gekauft hatte, wer noch Geld schuldete und wer schon wieder das letzte Ei genommen hatte. Jonas arbeitete nachts und schlief tagsüber. Er sagte immer „jaja“ und meinte meistens nichts damit. Priya versuchte immer, die Stimmung zu retten. Und Felix — Felix war einfach oft nicht da.
Der Kassenzettel zeigte: 38,70 Euro. Spülmittel, Müllbeutel, Toilettenpapier und Kaffee. Sachen für alle, dachte Mia. Also sollten alle zahlen. Neun Euro achtundsechzig pro Person. Kein großes Geld.
Und trotzdem passierte nichts.
Nach einer Woche schrieb Mia in den WG-Chat: „Hey, wegen des Kassenzettels...“ Jonas schrieb drei Minuten später zurück: „Ich hab gerade kein Kleingeld.“ Priya schickte ein Herz-Emoji. Felix antwortete nach zwei Tagen mit: „Welcher Kassenzettel?“
Mia wurde nicht laut. Sie wurde still — was in einer WG viel schlimmer ist.
Am Freitagabend saßen Jonas und Priya in der Küche, als Mia reinkam. Sie stellte ihre Tasche auf den Tisch, nahm den Kassenzettel vom Kühlschrank und legte ihn vor Jonas.
„Kannst du mir erklären“, sagte sie ruhig, „warum auf diesem Kassenzettel auch zwei Flaschen Rotwein stehen — für 14 Euro?“
Jonas wurde rot.
„Ich dachte... der Wein war auch für alle gedacht.“
„Jonas. Ihr habt den Wein an dem Abend getrunken, als ich nicht da war. Mit deiner Freundin.“
Priya schaute plötzlich sehr interessiert auf ihren Tee.
Jonas öffnete den Mund. Dann schloss er ihn wieder. Dann sagte er leise: „Okay. Ich zahle den ganzen Kassenzettel.“
Mia nahm den Zettel, faltete ihn einmal, zweimal, und steckte ihn in ihre Jackentasche.
„Danke“, sagte sie. Nicht kalt, aber auch nicht warm. Irgendwo dazwischen.
Später, als sie allein in ihrem Zimmer saß, dachte sie nicht an das Geld. Sie dachte daran, dass sie seit drei Monaten in dieser Wohnung lebte und noch immer nicht wusste, ob das hier wirklich ihr Zuhause war.
Der lächelnde Zahn-Magnet klebte jetzt an einer leeren Stelle. Irgendwie sah der Kühlschrank ohne den Zettel seltsamer aus als vorher.