دفتر الملاحظات في جيب السترة
A1 · History
Karl sitzt auf dem Boden. Die Zelle ist kalt. Es ist 1944.
In seiner Jacke ist eine Tasche. In der Tasche ist ein kleines Notizbuch. Das Notizbuch ist sehr klein — so klein wie eine Hand.
Jeden Tag schreibt Karl einen Namen in das Notizbuch. Einen Namen. Manchmal zwei. Es sind die Namen von Menschen hier im Gefängnis. Die Namen sind wichtig. Karl denkt: Die Welt muss das wissen.
Heute hört Karl Schritte. Schwere Schritte. Ein Wächter kommt.
Karl steht auf. Schnell. Er legt die Hand auf die Jackentasche. Das Notizbuch ist da. Er fühlt es.
Der Wächter öffnet die Tür. Er sagt: „Taschen zeigen.“
Karl zeigt seine Hände. Dann zeigt er die Taschen seiner Hose. Er zeigt die Jackentasche nicht. Der Wächter sieht Karl an. Karl sagt nichts. Er atmet nicht.
Der Wächter sagt: „Gut.“ Er geht.
Die Tür ist wieder zu.
Karl setzt sich. Langsam. Seine Hand zittert ein bisschen. Er greift in die Jackentasche. Das Notizbuch ist da. Es ist sicher.
Er öffnet es. Er liest die Namen. Zweiunddreißig Namen. Zweiunddreißig Menschen.
Er nimmt einen kleinen Stift. Er schreibt einen neuen Namen: Otto Bremer. Hier seit dem 3. März.
Das Notizbuch ist klein. Aber die Namen darin sind groß.