Muștarul pe care Düsseldorf nu a vrut să-l vândă
A2 · Food & Cuisine
Das kleine Geschäft in der Altstadt hatte keine Werbung. Es brauchte keine. An der Tür stand nur ein Schild: Mostert-Laden seit 1882. In Düsseldorf nennt man Senf manchmal „Mostert“ — ein altes Wort. Aber der Laden war nie leer.
Hinter dem Tresen stand immer Herr Fassbender. Er war ein kleiner Mann mit einem großen Schnurrbart. Er verkaufte scharfen Senf, milden Senf und Senf mit Honig. Alles war in kleinen Gläsern mit gelben Etiketten. Aber hinter ihm, auf dem obersten Regal, stand ein einzelnes Glas ohne Etikett. Das Glas war dunkel. Der Senf darin war fast schwarz.
Jeder Kunde sah das Glas. Jeder fragte danach: „Was kostet das Glas da oben?“ Herr Fassbender antwortete immer gleich: „Das ist nicht zu verkaufen.“
Eines Dienstags kam eine Frau in den Laden. Sie trug einen roten Mantel. „Guten Tag“, sagte sie. „Ich suche etwas Besonderes.“ Sie sah das Glas ohne Etikett. „Und das?“ fragte sie.
„Nicht zu verkaufen“, sagte Herr Fassbender.
Die Frau lächelte traurig. „Ich komme aus Köln. Mein Großvater hat früher hier in Düsseldorf gearbeitet. Er hat immer von einem dunklen Senf gesprochen. Er hat gesagt, er schmeckt nach Pfeffer und nach dem Herbst. Mein Großvater ist letztes Jahr gestorben. Ich suche diesen Senf für meine Mutter. Sie ist alt. Vielleicht kann ein Geschmack eine Erinnerung zurückbringen.“
Herr Fassbender schaute das Glas lange an. „Wie hieß Ihr Großvater?“ fragte er.
„Heinrich Brandt“, sagte sie.
Herr Fassbender schloss die Augen. „Heinrich Brandt war mein Lehrmeister. Er hat mir dieses Rezept gegeben. Ich mache diesen Senf nur einmal im Jahr — für mich. Als Erinnerung an ihn.“
Er nahm das Glas vom Regal und legte es in eine Papiertüte. „Ich verkaufe Ihnen das Glas nicht“, sagte er leise. „Aber ich schenke es Ihrer Mutter.“
Die Frau nahm die Tüte mit beiden Händen. „Danke“, sagte sie. Herr Fassbender nickte. Nächstes Jahr, dachte er, mache ich zwei Gläser.