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Ultima pungă de bomboane de ciocolată Halloren din Intershop

Im Oktober 1989 arbeitete ich in einem Hotel in Halle. Ich war 24 Jahre alt und bekam manchmal Trinkgeld von Gästen aus Westdeutschland. So hatte ich zehn D-Mark.

Am Freitag ging ich nach der Arbeit in den Intershop am Bahnhof. Dort konnte man mit D-Mark einkaufen. Ich wollte Kaffee für meine Mutter kaufen. Am Sonntag hatte sie Geburtstag, und ich hatte es ihr versprochen.

Neben Kaffee, Parfüm und Schokolade aus dem Westen sah ich eine einzige Tüte Hallorenkugeln. Diese Pralinen kamen aus Halle. In jeder Kugel waren eine helle und eine dunkle Creme. Meine Großmutter hatte sie früher oft gekauft. Als Kind biss ich immer zuerst in eine Kugel. „Wie ein kleiner Tag und eine kleine Nacht“, sagte sie immer. Deshalb waren die Kugeln für mich sehr wertvoll.

„Die wollte ich gerade kaufen“, sagte plötzlich Herr Berger, der Direktor meines Hotels. „Meine Frau liebt sie. Morgen ist unser Hochzeitstag.“

Ich wurde nervös. Herr Berger war mein Chef. Vielleicht konnte er mir eine bessere Stelle geben. Aber dann sah er den Kaffee in meinem Korb.

„Für wen ist der Kaffee?“ „Für meine Mutter. Sie hat Geburtstag.“

Herr Berger sah auf die Tüte. Dann gab er sie mir zurück. „Nehmen Sie sie. Meine Frau bekommt Blumen.“

Ich kaufte den Kaffee und die Hallorenkugeln. Danach war fast mein ganzes Westgeld weg.

Am Sonntag saßen meine Mutter und ich in ihrer Küche. Wir aßen die Pralinen und sprachen über meine Großmutter. Drei Wochen später fiel die Berliner Mauer. Später gab es viele Sorten Schokolade. Aber keine war für mich so wertvoll wie diese letzte Tüte Hallorenkugeln im Intershop.