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森のランタン

Es war fast ein Uhr nachts. Mara lag in ihrem Schlafsack und hörte ihren Vater schnarchen. Ihr Bruder schlief auch. Alle schliefen — nur sie nicht. Sie dachte: Nur kurz draußen stehen. Nur eine Minute. Sie zog ihre Jacke an und ging leise aus dem Zelt. Draußen war es sehr still. Kein Wind. Keine Insekten. Nur der Geruch von Kiefern und dem See.

Dann sah sie es. Zwischen den Bäumen hing eine kleine Laterne. Dann noch eine. Dann noch eine. Die Laternen waren aus Glas und leuchteten schwach — nicht wie Feuer, eher wie Mondlicht. Sie bildeten einen Weg, tief in den Wald hinein, direkt zum Wasser. Mara wusste: Sie sollte zurückgehen. Aber ihre Füße bewegten sich schon vorwärts. Der Wald war so still, dass Mara ihren eigenen Herzschlag hörte. Keine Äste knackten. Kein Vogel rief.

Die Laternen führten sie zu einem kleinen Holzsteg über dem schwarzen See. Am Ende des Stegs saß eine alte Frau. Ihr Rücken war zu Mara. Ihre Füße hingen über dem Wasser. „Ich habe auf dich gewartet“, sagte die Frau. Sie drehte sich nicht um. Mara blieb stehen. „Wer — wer sind Sie?“ „Das ist nicht wichtig“, sagte die Frau ruhig. „Ich habe eine Frage für dich. Nur eine. Aber zuerst — komm näher.“

Mara machte einen Schritt. Sie sah das Wasser unter dem Steg. Sie sah ihr eigenes Spiegelbild. Aber die alte Frau hatte kein Spiegelbild. Das Wasser unter ihr war schwarz und leer. Langsam, sehr langsam, drehte sich die Frau um. Ihre Augen waren hellgrau — genau so grau wie der See.